Bürogebäude mit Penthousewohnung

Ein ehemaliges Hotelgebäude in der Nähe des Düsseldorfer Hofgartens sollte zu einem Bürogebäude mit einer großzügigen Penthousewohnung für den Bauherrn umfunktioniert werden.

Dazu wurde die Baulücke im Bereich der Freiligrathstraße geschlossen und der vorhandene Dachstuhl des Altbaus abgetragen, so dass eine Aufstockung des Gebäudes ermöglicht wurde. Das oberste Geschoss wurde zurückgestaffelt, um sich in die vorhandene Gebäudestruktur einzugliedern. Das darunterliegende 3. Obergeschoss fügt sich beiderseits an die vorhandenen Gebäude an. So schließt es im Bereich der Freiligrathstraße mit einem Flachdach ab, im Bereich der Arnoldstraße schmiegt es sich mit einer Schrägdachverglasung an das vorhandene Satteldach des Nachbargebäudes an.

Im vorderen Bereich behauptet es sich selbstbewusst durch seine eigenständige moderne Formgebung, die sich gleichermaßen durch einen Rücksprung der Fassade ein wenig zurücknimmt.

Sämtliche Entscheidungen zur Gestaltung der Fassade wurden bereits im Laufe des Entwurfsprozesses mit der Denkmalbehörde abgestimmt.

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Architektur

Der entstandene Neubau im Bereich der Baulücke beinhaltet den Erschließungskern [Treppe und Aufzug] sowie eine zweigeschossige Parkgarage und die Sanitärbereiche. Der Altbau beherbergt die Büroräume. Die Wohnung findet in der Aufstockung über dem Altbau Platz. Um den Altbau als solchen erkennbar zu lassen, wurde lediglich die alte Putzfassade saniert. Bei der Wahl der neuen Holzfenster wurde Rücksicht auf das Altbauensemble in der Straße genommen. Der Neubaubereich wurde mit Aluminiumfenstern, einer Pfosten-Riegel-Fassade und Aluminiumfassadenteilen bewusst vom Altbau abgesetzt.

Erschließung

Der Eingang des Gebäudes befindet sich im Neubau, auf einem Splitlevel zwischen Unter- und Erdgeschoss. Sowohl die Treppenstufen als auch die Aufzugswand wurden mit einem Valser-Quarzit belegt. Im Bereich der Aufzugswand wurden aus dem Lager geschnittene Steine verwendet, um so eine lebendige Oberfläche zu erhalten. Durch den Glasaufzug, der sich vom Untergeschoss bis ins 3. Obergeschoss erstreckt, kann die gesamte Wand in voller Höhe erlebt werden. Das Edelstahl-Treppengeländer [Vollmaterial] zieht sich wie ein Band durch das gesamte Treppenhaus.

Raumwirkung

Die Büros profitieren von den hohen Decken und den weitläufigen Räumen, die den Charme des Altbaus ausmachen. Die Weitläufigkeit der Räume wird unterstrichen durch die durchgängige Belegung der Böden mit Industrieparkett. Das Büro im 2 .Obergeschoss verfügt im Bereich über der Garage zusätzlich über einen großzügig verglasten Konferenzraum.

Zonierung

Die Penthousewohnung erstreckt sich über drei Etagen, welche in Zonierung und Größe einem großzügigen Einfamilienhaus entspricht: Im 2. Obergeschoss befindet sich der Eingang mit dem Gästebereich und einem lichtdurchfluteten, zweigeschossigen Foyer. Daran schließt sich, zum ruhigen Innenhof hin orientiert, die Bibliothek an. Über eine interne Treppe gelangt man ins dritte Obergeschoss und somit zum Wohnbereich. Hier befindet sich die Küche, die vom Hausherrn auch direkt mit dem Aufzug angefahren werden kann, sowie ein separates Esszimmer. Entlang der vollständig verglasten Dachschräge befindet sich der Wohnraum mit offenem Kamin. Auf Grund der verspringenden Dachgeometrie beträgt die Deckenhöhe hier bis zu 4m. Die Verglasung ist elektrisch dimmbar, so dass die Räume je nach Sonneneinstrahlung und Tageszeit vom Bauherrn nach Belieben verdunkelt werden können. Im 4. Obergeschoss befindet sich der Privatbereich. Das Schlafzimmer ist zum ruhigeren Innenhof ausgerichtet. Im luxuriösen Badezimmer findet sich eine natursteinbelegte Dusche, die über die gesamte Größe mit einem elektrisch dimmbaren Glasdach ausgestattet ist. Durch die Rückstaffelung des Geschosses wird der Rückzug, bzw. die Privatheit der Etage unterstrichen. Darüber hinaus wird dadurch eine weitläufige Terrasse über den Dächern der Stadt ermöglicht. Im Untergeschoss findet sich neben den Technik- und Archivräumen für die Büros auch ein separater Spa-Bereich.

Haustechnik

Das Gebäude ist neben dem bereits erwähnten dimmbaren Glas zusätzlich mit einem BUS-System ausgestattet. Durch die Versorgung mit Fernwärme, die trotz ressourcenschonender Erzeugung eine hohe Vorlauftemperatur liefert, war der Erhalt der Originalfassade möglich, so dass auch ohne eine nachträgliche Dämmung gute energetische Werte erreicht werden.

Abbildung

Fotos: Ingo Eichmann

Fakten

Baujahr Altbau: 1950 Neubau + Aufstockung Altbau: 2012-2013 (Fertigstellung 12/2013) Nutzfläche: 880 m²

Architekt

Architekt: E2architekten

Adresse / Lageplan

Adresse: Freiligrathstraße 21                             40479 Düsseldorf

Gastro / Umgebung