Wilhelm-Marx-Haus

Eines der ersten Hochhäuser in Deutschland

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts werden Hochhäuser nach amerikanischem Vorbild als Zeichen des Fortschritts und wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland diskutiert. In Düsseldorf entsteht das erste Hochhaus.

 

 

Geschichte

1921 errangen Wilhelm Kreis Karl August Jüngst den ersten Preis für ein Verwaltungsgebäude am damaligen Alleeplatz. 1922 begann der Bau. Nach seiner Fertigstellung soll es das höchste Eisenbetonbauwerk Europas gewesen sein. Sicherlich blieb es aber bis nach dem 2. Weltkrieg das höchste Bürogebäude Düsseldorfs mit prägender städtebaulicher Bedeutung für das Ende der heutigen Heinrich-Heine-Allee. Gemeinsam mit dem Carsch-Haus von Otto Engler und dem Kaufhaus Tietz (heute Kaufhof) von Peter Behrens bildet es ein auch über die Grenzen Düsseldorfs hinweg bedeutendes Ensemble der Architektur aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Nachkriegsentwicklung

Die oberen Geschosse des Gebäudes wurden durch die Bombenangriffe des 2. Weltkriegs stark beschädigt, aber nach dem Krieg wieder hergerichtet.

U-Bahnbau

Anfang der 1980er Jahre erforderte der U-Bahnbau eine deutliche städtebaulich Veränderung in diesem Bereich. In diesem Zuge wurde das benachbarte Carsch-Haus um mehr als 20 Meter nach Westen versetzt. Neben der U-Bahn Station Heinrich-Heine-Allee entstand unter dem versetzten Carsch-Haus, der Heinrich-Heine-Allee und dem unmittelbar ans Wilhelm-Marx-Haus angrenzenden Grundstücken Handelsflächen des Horten Warenhauses und eine Tiefgarage. Dabei wurde an das Wilhelm-Marx-Haus ein neuer westlicher Gebäudeflügel angebaut, der sich stilistisch als reine Fortsetzung der bestehenden Wilhelm-Marx-Haus Architektur zeigt und damit mit dem alten Wilhelm-Marx-Haus gemeinsam einen homogenen südlichen Abschluss der Heinrich-Heine-Allee unter den jetzt veränderten stadträumlichen Verhältnissen schafft. Der südwestliche Neubauteil entlang der Kasernenstraße stellt sich integriert, aber architektonisch eigenständig dar. Der Gesamtkomplex aus Horten Warenhaus mit Tiefgarage, einschl. Carsch-Haus und Wilhelm-Marx-Haus Erweiterung wurde als zusammenhängendes Projekt errichtet. Im Erweiterungsbau des Wilhelm-Marx-Hauses wurden u.a. solche städtischen Kultureinrichtungen untergebracht, die nach dem Krieg im beschädigten und nicht mehr als Warenhaus genutzten Carsch-Haus beheimatet waren.

Abbildung

Fotos: Jochen Boskamp

Fakten

Gesamtkomplex: Mit 176.000 m³ umbautem Raum ist das Carsch-Haus damals, zusammen mit dem Erweiterungsbau des Wilhelm-Marx-Haus und der Tiefgarage, einer der größten Baukomplexe Düsseldorfs. Wilhelm-Marx-Haus: Umbauten Raum 30.000 m³ oberirdisch Bruttofläche: ca. 8.300 m² Davon Nutzfläche: ca. 7.500 m² Erdgeschoss: Verkauf und Anlieferung

Architekt

Wilhelm Kreis (1873-1955)bedeutender deutscher Architekt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er wirkte als Hochschullehrer an den Kunstakademien in Düsseldorf und Dresden. Gebäude in Düsseldorf Ehrenhof, Rheinterrassen, Tonhalle als Ensemble. “Architektengemeinschaft Carsch-Haus“ (ACG), gebildet von Hentrich-Petschnigg & Partner (HPP) www.hpp.com und Rhode, Kellermann, Wawrowsky + Partner (RKW) www.rkw-as.de

Adresse / Lageplan

Größere Kartenansicht Größere Kartenansicht Adresse Heinrich-Heine-Allee 53, 40213 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

Bazzar Caffe, Altstadt, Carlstadt, Königsallee