WILDE 13 – Wohnen im ehemaligen Straßenbahndepot, Düsseldorf

Mai 2004 entschied die Stadt den Architektenwettbewerb für eine Wohnbebauung im denkmalgeschützten Straßenbahndepot. Die Rheinbahn hatte das 1914 errichtete Gebäude bereits 1997 verlassen, verschiedene neue Nutzungen wurden untersucht. Die Idee einer Wohnnutzung unter Beibehaltung der Baukonstruktion der beiden verbundenen Hallen sollte sich durchsetzen. Mit dem Entwurf von Thomas Beucker erhielt BM+P Beucker Maschlanka Architekten Stadtplaner den 1. Preis.

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Städtebauliches Konzept

Auf dem Areal des ehemaligen Rheinbahndepots (1914) für Straßenbahnen am Südpark entstand 2007 eine Wohnanlage mit 79 Wohneinheiten innerhalb der Hallenkonstruktion des Depots sowie 22 Stadthäusern parallel zur Halle. Die letzte im Rheinbahndepot stehende Straßenbahn wurde von den Düsseldorfern „Wilde 13“ getauft und dient zur Erinnerung an die Geschichte als Name für das neue Projekt. Die Qualität der ungewöhnlichen Wohnsiedlung besteht in den umsichtigen Umbaumaßnahmen des historischen Straßenbahndepots. So konnte ein Stück Düsseldorfer Verkehrsgeschichte zu neuem Leben erweckt und in Räume für Menschen von heute umgewandelt werden.

Architektur

Die neue Wohnanlage besteht aus einer linearen Bebauung, die zwischen den Stahlstützen der Hallenkonstruktion integriert wurde. Die 27 m weit spannenden gebogenen Träger stehen im Abstand von ca. 6 m und bilden das Grundraster für die Wohnbebauung. Das gewölbte Dach mit Zementauflage wurde abgetragen, die Stahlkonstruktion saniert und das gewölbte Dach als Kaltdachkonstruktion über den Hausreihen wieder aufgebaut. Die Teilbereiche über den Freiflächen wurden zur besseren Belichtung und Belüftung offen gelassen. Die historischen, z.T. erhaltenen Tore wurden überholt und in den historischen Farben neu gestrichen. Die historischen Mauerwerksfronten im Norden und Osten wurden erhalten und saniert. Sie bilden heute den rückwärtigen Abschluss zu den Gärten am Rand der Siedlung. Die symbiotische Wechselwirkung des Technikdenkmals mit neuer Architektur bietet die Basis für die realisierte hochwertige Wohnqualität. Man spürt heute beim Durchqueren der homogenen Wohnanlage noch die räumliche Wirkung der alten Hallen sowie deren ursprüngliche Funktion an Hand der alten Straßenbahngeleise im neu gepflasterten Eingangsbereich. Die umgenutzte „Wilde 13“ bedient sowohl die Ansprüche an das Wohnen im eigenen Haus wie auch den Wunsch nach individuellem Wohnen in Lofts in der Kombination von Alt und Neu.

Abbildung

Fotos Altbau: Thomas Beucker Fotos Neubau: Tomas Riehle

Fakten

Baujahr Straßenbahndepot (Denkmal): 1914 Bauzeit Wohnbebauung: 2006 – 2007 Nutzung : 79 Eigentumswohnungen (48 qm – 132 qm) und 22 Stadthäuser (ca. 140 qm) Auszeichnung: „Wohnen an ungewöhnlichen Orten“ AKNW und MBV-NRW  

Architekt

Thomas Beucker, BM+P Architekten www.bmp-architekten.de

Adresse / Lageplan

Adresse: Professor-Schwippert-Straße, Düsseldorf

Gastro / Umgebung

Volksgarten, Akki (für Kinder)