Wehrhahn-Linie in Düsseldorf

Im Februar 2016 wurde in Düsseldorf die Wehrhahn-Linie – eine neue U-Bahn-Linie mit sechs Stationen – eröffnet. Ausgangspunkt der Planung der U-Bahnhöfe war ein im Jahr 2001 ausgeschriebener zweistufiger EU-weiter Wettbewerb für ein Gesamtkonzept der U-Bahn-Linie als ‚Kunst-Linie‘, den das Büro netzwerkarchitekten aus Darmstadt in Zusammenarbeit mit der in Berlin lebenden Künstlerin Heike Klussmann gewonnen haben. Im Anschluss wurden fünf weitere Künstler eingebunden und das Projekt fortan in 15-jähriger kontinuierlicher Zusammenarbeit von Architekten, Ingenieuren, Künstlern und der städtischen Verwaltung entwickelt.

Benrather-Strasse_1 Benrather-Strasse_2 Benrather-Strasse_3 Graf-Adolf-Platz_1 Graf-Adolf-Platz_2 Graf-Adolf-Platz_3 Heinrich-Heine-Allee_1 Heinrich-Heine-Allee_2 Heinrich-Heine-Allee_3 Heinrich-Heine-Allee_4 Kirchplatz_1 Kirchplatz_2 Kirchplatz_3 Pempelforter-Strasse_1 Pempelforter-Strasse_2 Pempelforter-Strasse_3 Schadowstrasse_2 Schadowstrasse_3 Tunnel-Kopie

Architektur und Kunst

In diesem Prozess bleibt Kunst nicht auf dem Bauwerk applizierte Schicht, sondern wird selbst integrativer Teil des Bauwerkes, das heißt auch Bauteil im Rahmen der ausgeschriebenen Bauleistungen des architektonischen Ausbaus. Kunst greift und wirkt in die gebauten Räume hinein und instrumentalisiert architektonischen Raum und konstruktive Bauteile unmittelbar für die Umsetzung der künstlerischen Konzeption - sie ist nicht im Raum eingerichtet, sondern prägt ihn ganzheitlich.

Konzept

Das architektonische Konzept zur Wehrhahn-Linie sieht vor, die Stahlbeton-Tübbinge der Strecke thematisch in eine Innenschale aus Betonfertigteilen zu übersetzten. Sie wurden über einen besonderen Zuschlag und eine Oberflächenbehandlung sichtbar veredelt. Die Bahnhöfe wurden dabei als Aufweitung des U-Bahntunnels ausgearbeitet: Im Verkehrs-System nehmen sie eine besondere Position ein, die nicht herausgelöst wirkt. Grundgedanke war das Erschaffen eines unterirdischen Kontinuums, das die gesamte Strecke von 3,4 Kilometer Länge (mit den sechs Bahnhöfen) in sich aufnimmt. Das so entstandene Konzept überlagern netzwerkarchitekten in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Heike Klussmann mit einer reliefartigen Bearbeitung der Betonoberflächen, die den Raum wie aus einem Guss auskleidet. Die Oberfläche wirkt wie eine `mathematisch definierte Schlangenhaut´ und dynamisiert die `Bahnhofsröhre´. Als Klammer und Verbindung nach oben werden die Stationen über Einschnitte mit dem Stadtraum verbunden und erhalten jeweils eine eigene Identität. Im Kontrast zur Materialität der Betonröhre wurden diese `Schnitträume´ von netzwerkarchitekten unter lichtplanerischer Beratung von Uwe Belzner und Andrew Homes über farbiges Licht als Farbräume ausgearbeitet. Die Rampenbauwerke wurden am Mündungskopf zur Oberfläche plastisch - wie die sich schneidende Bugwelle eines Schiffes - ausgeformt, so dass das Tunnelbauwerk einen dynamischen Abschluss in der Oberfläche erhielt.

Abbildung

Fotos: Jörg Hempel, Aachen

Fakten

Bauzeit: 2007 - 2016 Internationaler Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren:August 2001, Preisträger: netzwerkarchitekten Eingeladener Wettbewerb für die Auswahl weiterer Künstler: Dezember 2001, Preisträger: Ralf Brög, Ursula Damm, Enne Haehnle, Manuel Franke, Thomas Stricker

Architekt

netzwerkarchitekten GmbH Donnersbergring 20, 64295 Darmstadt www.netzwerkarchitekten.de Heike Klussmann, Studio * Berlin Rochstr. 9, 10178 Berlin www.klussmann.org

Adresse / Lageplan

 

Adresse:

Wehrhahnlinie Düsseldorf, www.wehrhahnlinie-duesseldorf.de

Gastro / Umgebung