Rolandschule, Düsseldorf

Eine Schule als Gesamtkunstwerk

Ein Juwel der Nachkriegsarchitektur ist die Grundschule Rolandstraße in Düsseldorf. Der Architekt Paul Schneider-Esleben hat hier mit Künstlern ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das aber einige Zeit unbeachtet vor sich hindämmerte. Paul Schneider-Esleben, der sich der Moderne verpflichtet fühlte, begnügte sich nicht mit dem traditionellen „Kunst am Bau“ –Verständnis. Er holte junge Künstler der örtlichen Kunstakademie, wie Beuys, Uecker, Mack etc. und prägte eine Verbindung von moderner Architektur und Kunst. Von ihm stammen weitere bedeutende Bauten der  Düsseldorfer Nachkriegsmoderne, wie das Mannesmann-Hochhaus, die Haniel-Garage sowie die Rochuskirche.

Gestalt

Die symmetrische 4-Flügelanlage wird durch zwei sich parallel gegenüberstehende langgestreckte dreigeschossige Baukörper gebildet und verbunden durch verglaste Querriegel, die das Treppenhaus bilden. Durch diese Anordnung der Baukörper entstand ein offener Innenhof, der als Pausenhof genutzt wird. Die transparenten Fassaden ermöglichen den Blick von der Rolandstraße bis in den Innenhof. Die Maßhaltigkeit des Baues setzt sich in der Pflasterung des Hofes fort, in dem die Achsenmaße eingezeichnet sind. Die Architektur dieser Schulanlage der 60-iger Jahre setzte sich durch und wurde vorbildlich für den Schulbau der Nachkriegsjahre. Ebenfalls wurde die gesamte Inneneinrichtung vom Architekten entworfen und in Serie für weitere Schulen hergestellt.

Gestalt

Nach 40 Jahren Nutzung musste nach den heutigen Vorschriften ein Sanierungskonzept erstellt werden. Die Architekten Legner – van Ooyen entwickelten noch gemeinsam mit Paul Schneider-Esleben das Konzept, der aber zwischenzeitlich verstarb. Dabei standen der Wärmeschutz, die Beseitigung der Schadstoffmaterialien und die Modernisierung der technischen Ausstattung im Vordergrund. Also eine denkmalschutzgerechte Modernisierung. Das Erscheinungsbild dieser Schule musste aber weitestgehend erhalten bleiben. Trotz gravierender Eingriffe in die Bausubstanz ist insgesamt die Sanierung einwandfrei und sauber gelungen, ohne architektonische Einbußen, so als hätte jemand lediglich nur die Oberflächen der Fassaden poliert.

Abbildung

Fotos: Jochen Boskamp

Fakten

Architekt: Paul Schneider-Esleben (1915-2005), Legner + van Ooyen Architekten Baujahr: 1960/61 Sanierung: 2005 Auszeichnung: Gute Bauten 2010 - BDA  

Architekt

Paul Schneider-Esleben (1915-2005) Seit 1990 als Gesamtkunstwerk unter Denkmalschutz. Erstmalig Aufforderung für „Kunst am Bau“ an Mitglieder der Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO wie Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker. Gebäude in Düsseldorf: Haniel-Großgarage (1952), Rochus Kirche (1954), Mannesmann-Hochhaus (1956)

Adresse / Lageplan

Größere Kartenansicht Adresse Rolandstraße 40, 40476 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

Caffe Othello (Collenbachstrasse 57)