Rheinterrasse am Robert-Lehr-Ufer, Düsseldorf

Event-Architektur der 20er Jahre

Der eindrucksvolle Ziegelbau ist Teil des Ensembles der GESOLEI – Bauten am Rheinufer und stellt den früheren Hauptsaal durch das von zwei quadratischen Türmen flankierte Oval schon unverwechselbar nach außen dar. Von der Terrasse, vor der nach innen gewölbten Fassade zum Rhein, bietet sich der Blick über Düsseldorfs schönst gelegenem Parkplatz zur Silhouette von Oberkasseler Brücke und dem Medienhafen.

Geschichte

Schon vor der GESOLEI – Ausstellung befanden sich an dieser Stelle Vergnügungsstätten als Ziel für eine Fahrt ins Grüne und Ausstellungsbauten. Absicht der Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübung war es, die Volksgesundheit und damit Deutschlands Wirtschaftskraft im Sinne der Industrie zu fördern, also nicht das Wohl des Individuums. Das Bauwerk wurde 1926 nach Plänen von Wilhelm Kreis als Ausstellungsgebäude zusammen mit dem benachbarten Kunstpalast, dem Ehrenhof und der heutigen Tonhalle errichtet und war wie diese für eine Nutzung auch nach der Ausstellung vorgesehen.

Gestalt

Die durch den mittig gelegenen zentralen Rheingoldsaal, mit den seitlichen, funktionslosen Türmen, geschaffene Symetrie ist damit zu erklären, dass zur Ausstellung eine breite Achse auf dem heutigen Gelände der Victoria-Versicherung auf diesen zulief. Die heutige 4-spurige Autostraße gab es seinerzeit ebenfalls noch nicht. Der Nordflügel wurde, nach gewonnenem Wettbewerb, 1994 vom Büro HPP durch einen neuen Veranstaltungssaal von doppelter Größe ersetzt. Zum Rhein öffnet sich dieser mit einer Glasfront. Die bestehende, straßenseitige Fassade konnte erhalten bleiben, ein Teil der Terrasse mit den alten Platanen zum Rhein dagegen nicht. Charakteristisch sind die Natursteineinfassungen der hohen Fenster und das dunkle Ziegelmauerwerk mit den hervorgeschobenen Steinschichten. Diese werden in der profilierten Alu-Fassade des Erweiterungsbaus übernommen.

Raumordnung

Der Hauptzugang befindet sich damals wie heute seitlich des ovalen Rheingold-Saales. Das neue Foyer im Nordflügel ist dem neuen Radschläger-Saal vorgelagert, von hier sind beide Hauptsäle direkt zu erreichen. Es verteilt sich, um Platz zu gewinnen, über zwei Geschosse. Dem neuen Saal angeschlossen sind der heutige Kaminsaal mit Terrasse zum Rhein, Silbersaal und Kurfürstenzimmer. Von diesen Sälen umgeben und damit von allen gleichermaßen gut zu erreichen liegt damals wie heute der Funktionsbereich mit Küche und Nebenräumen. Zum ursprünglichen Konzept gehört auch das sogenannte Rheingärtchen in Verlängerung des Südflügels mit zwei Skulpturen von Bernhard Sopher.

Abbildung

Fotos: Jochen Boskamp, Wiegels

Fakten

Bauzeit:  (1925 - 1926)  und  (1993-1994) Nutzung:  Stadthalle

Architekt

Neubau 1925-1926: Architekt Wilhelm Kreis Modernisierung 1993-1994: HPP Hentrich-Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG  www.hpp.com

Adresse / Lageplan

Größere Kartenansicht Adresse Joseph-Beuys-Ufer 33, 40474 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

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