OLG Oberlandesgericht Düsseldorf

Der sechsgeschossige Erweiterungsbau des Oberlandesgerichtes arrondiert den Bestand zwischen Cecilienallee, Kurt-Baurichter-Straße und Klever Straße zu einem geschlossenen Block. Unter Einbeziehung der bestehenden Gebäude bildet der Neubau mit seiner Natursteinfassade nun ein sehr einheitliches und repräsentatives Ensemble. Teil des Komplexes ist ein in den 1950er Jahren errichtetes Hochhaus. Durch dieses Bauvolumen war eine rein im historischen Stil angelegte Erweiterung, also eine städtebauliche Rekonstruktion des mehrflügeligen Blockrandes nicht mehr möglich gewesen.

Gestalt

Die Einbindung in den teilweise historischen Kontext und ein respektvoller Abstand zur Bausubstanz des Bestandes ermöglichen nun qualitative Sichtbezüge sowie wertvolle Ein- und Ausblicke. Durch die Ausbildung des Blockes wurde eine deutliche Verbesserung der Innenhofqualitäten erreicht. Sowohl das Hauptgebäude mit der historischen Sandsteinfassade aus dem Jahr 1906 als auch das Hochhaus aus den fünfziger Jahren bleiben von den Erweiterungen bautechnisch weitestgehend unberührt. Gläserne Verbindungsgänge ermöglichen die ringförmige Erschließung des Gesamtkomplexes. Im Ostbereich verbindet zusätzlich eine filigrane Dachkonstruktion im Erdgeschossbereich die Bauten des OLG mit denen der Bezirksregierung.

Raumordnung

Eine deutliche Zäsur entsteht durch die Trennung der Fassadengliederung in Alt- und Erweitungsbau. Der Gestaltungsduktus des Erweiterungsneubaus folgt einem rhythmisch versetzten Achsraster – welche aus der Fassadengliederung des Bestandsbaus abgeleitet ist. Die klar gegliederte Kalksandsteinfassade überführt Material und Farbe der Bestandsfassaden in den Erweiterungsbau und bildet eine ablesbare Einheit. Funktional sind Alt- und Neubau im 1. Obergeschoss durch zwei gläserne Brücken verbunden. Das Hochhaus, das 1958 an der Kurt-Baurichter-Straße errichtet wurde, ist in den Erweiterungsbau integriert und von allen Etagen des Neubaus aus direkt zugänglich. Im Rahmen der Gesamtmaßnahme wurde das Hochhaus ab 1998 einer energetischen Sanierung unterzogen. Der Erweiterungsbau verfügt in seinem Nutzungsspektrum über Büros, Sonderbereiche für Prüfungen, Sitzungssäle, Schulungsräume und ein Casino. Insgesamt wurden die Nutzungen weiter zentralisiert und gebündelt. Weitere Synergien sind durch die gemeinsame Nutzung der Tiefgarage und des Casinos mit der Bezirksregierung entstanden. In der Umsetzung einer zeitgemäßen und mediengerechten Arbeitsablaufes sind modernste Video- und Kommunikationsanlagen zu Einsatz gekommen.

Abbildung

Fotos: Tomas Riehle, Jochen Boskamp

Fakten

Nutzung: Oberlandesgericht, Düsseldorf Bruttogeschossfläche: 11.800 m² Fertigstellung: 2005

Architekt

Thomas Pink pinkarchitektur Neumannstraße 4, 40235 Düsseldorf www.pinkarchitektur.de

Adresse / Lageplan

Größere Kartenansicht Adresse Klever Straße / Kurt-Baurichter-Straße, Cecilienallee 3, 40474 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

Rheinpark