Landtag Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Der nordrhein-westfälische Landtag tagte nach dem 2. Weltkrieg zunächst im Gebäude der Oper, dann im Theatersaal der Henkel-Werke und schließlich im ehemaligen Ständehaus, das auf Dauer aber zu klein war. 1980 ging das Architekturbüro Eller Moser Walter + Partner als Sieger des Architekturwettbewerbes um den Neubau des Landtages hervor. Als Standort wurde der ehemalige Berger Hafen unmittelbar südlich der Rheinkniebrücke gewählt, der für die Schifffahrt nicht mehr relevant war.

 

Gestalt

Das Landtagsgebäude besitzt zwei Schaufronten: Die Front zum Rhein wird vom Plenarsaal bestimmt, der von schmalen Mauerstelzen getragen in den Fluss hinaus kragt und mit der hier verlaufenden Rheinschleife korrespondiert. Die Stadtfront wird von den mächtig auskragenden Abgeordnetenflügeln beherrscht. Diese werden durch einige, flache Treppen, sowie das leicht ansteigende Gelände zusätzlich aufgesockelt. Die Flügel sind terrassenförmig nach innen hin abgetreppt und leiten über zum Eingangsbereich. Sämtliche Fronten des Gebäudes sind mit Kupfer verkleidet und konventionell-modern durch horizontale Fensterbänder gegliedert, die durch vertikale Elemente in Quadrate unterteilt sind. Stützpfeiler sowie die Ausschnitte der Kreissegmente sind mit gelbem Elbsandstein verkleidet.

Der Grundriss des 195 m langen und 105 m breiten Gebäudes wird von der Figur des Kreises bestimmt. Das Zentrum der Anlage bildet der kreisrunde Plenarsaal, der von einer mächtigen Stahlkonstruktion in Form eines Sterns überfangen wird. An ihn gliedern sich die Satelliten, die ebenfalls runden Sitzungssäle der einzelnen Fraktionen. Dazwischen sind in weiteren Kreisen Besucheraufzug, Abgeordnetentreppe sowie Ausschusssäle gesetzt. Dem Plenarsaal wird als Gegenstück ein Eingangsplatz zur Seite gestellt, der sich als Dreiviertelkreis zur Stadtseite hin öffnet.

Städtebaulich korrespondiert der Landtag sowohl mit dem Rhein und umgebenden Park als auch mit dem hoch aufragenden Rheinturm, auf den der Bau mit seiner Flächenausdehnung reagiert, sowie mit der Linie der Rheinkniebrücke, der die Kreisform entgegengesetzt wird.

Der Landtag NRW wurde 1988 fertiggestellt und ist nun nach mehr als 20 Jahren saniert, erweitert und nach dem neuesten Stand der Technik und unter Berücksichtigung hoher Anforderungen der heutigen Energieansprüche modernisiert worden.

Der Plenarsaal ist nun hochmodern und barrierefrei, mit hohem Komfort für optimales Arbeitsklima hinsichtlich Luftversorgung, Klimatisierung, Tageslichtnutzung, Geräuschpegel, Beleuchtung, Energieverbrauch und Ergonomie. Der Saal kann nun auch für andere Veranstaltungen (Vorträge, Konzerte) flexibel genutzt werden und auf wechselnde Fraktionsgrößen reagieren. Die Sanierung fand in sehr engem Zeitrahmen bei laufendem Betrieb statt.

Abbildung

Fotos:  Werner Huthmacher, Berlin; Bernd Schälte, Düsseldorf

Fakten

Bauherr: Land Nordrhein-Westfalen Bauzeit: 1980-1989; 2004/05 Umbau Bürgerhalle, Fraktionsbüros; 2010/11 Erweiterung um 80 Abgeordnetenbüros; 2012/13 Umbau Plenarsaal, Pressekonferenz.   Brutto- Geschoss- Fläche: 64.500 m²; Erweiterung 3.600 m² Auszeichnungen: Deutscher Architekturpreis 1990

Architekt

Eller Moser Wal­ter / Eller + Eller Ar­chi­tek­ten

Adresse / Lageplan

Größere Kartenansicht Platz des Landtags 1, 40221 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

KIT Cafe, Rheinprommenade, Medienhafen