Kreispolizeibehörde, Mettmann

Im Rahmen eines Europa offenen, zweistufigen Realisierungswettbewerbes mit Ideenteil für eine Kreispolizeibehörde und ein Finanzamt (Ideenteil) in Mettmann wurde im Jahr 2001 der Entwurf von Enno Schneider Architekten mit einem zweiten Preis ausgezeichnet.

Nach einer dem Wettbewerbsverfahren nachgeschalteten, vergleichenden Bewertung der mit Preisen ausgezeichneten Arbeiten erhielt das Büro aufgrund der überzeugenderen Gesamtkonzeption und nicht zuletzt der besseren Wirtschaftlichkeit und energetischen Qualität des Projektes den Generalplanerauftrag vom Bau – und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen.

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Gesamtkonzept

Drei unterschiedlich ausgeformte Baukörper mit einer gemeinsamen Architektursprache definieren den Ort. Verbindendes Element ist der Platz zwischen den Gebäuden, die nach Westen auskragenden Enden der Baukörper verleihen der Stadtgrenze von Mettmann eine unvergleichliche Silouette. Besonders wichtig ist das Motiv des Bandes sowie das Konzept der Einfachheit.

Funktion

Die funktionalen Anforderungen an ein Polizeigebäude sind vielfältig. Neben den üblichen Zellenbüros mussten eine Polizeiwache, eine Führungsleitstelle, eine Werkstatt, eine Raumschiessanlage, ein Arrestbereich, Umkleiden und eine Tiefgarage integriert werden. Dazu kommt eine umfangreiche technische Ausstattung, besondere Sicherheitsbedingungen und differenzierte Anforderungen an die Raumluftkonditionierung.

Konstruktion

Die Primärkonstruktion ist als Stahlbetonskelettbau in Ortbeton ausgeführt, die Treppenhauskerne übernehmen die horizontale Aussteifung, die Auskragungen an der Ost - und Westseite werden durch Zugseile und Schrägstützen abgefangen. Die Decken sind als Flachdecken ausgeführt. Aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse musste das Gebäude auf über 150, bis zu 20m langen Bohrpfählen gegründet werden die teilweise bis in dem anstehenden Fels aufgrund des hohen Grundwasserstandes auch gegen Auftrieb gesichert werden mussten. Die Untergeschosse sind als weiße Wanne ausgeführt, das Dach als konventionelles Flachdach.

Innenraum

Das Konzept der Einfachheit sieht vor die weichen Formen der Außenkontur auch im Innenraum zu thematisieren, die Rohbaustruktur sichtbar zu lassen, auf aufwendige Materialien zu verzichten, einfache, aber sorgfältig ausgearbeitete Detaillösungen zu verwenden und im Kontrast zu der monochromen Fassade im Innenraum das Thema Farbe zum Schwerpunkt der Gestaltung zu machen. Besonderer Wert wurde außerdem auf eine sorgfältig ausgearbeitete Beleuchtung gelegt.

Fassade

Die Fassade gliedert sich in drei Abschnitte: den beiden mit Streckmetall verkleideten Sockelgeschossen, dem zurückspringenden durchgängig verglasten Erdgeschoss, und der auskragenden Fassade der vier Obergeschosse. Die Panels der Elementfassade – alle Elemente wurden fertig angeliefert und brauchten auch von innen nicht mehr bearbeitet werden- wurden entsprechend den Anforderungen unterschiedlich ausgerüstet. Das Spiel verglaster und opaker Fassadenelemente resultiert aus den Anforderungen der Nutzung, für jeden einzelnen Bereich wurde untersucht welche Anforderungen an das Tageslicht und den Wärme – und Sonnenschutz zu stellen sind, danach und nach der Art Nutzung richtete sich das Verhältnis von verglasten und geschlossenen Elementen.

Abbildung

Fotos: Jochen Stüber

Fakten

Bauzeit: 11/2003 - 08/2005 Bruttogeschossfläche: 9.080 m² Hauptnutzfläche: 4.730 m² Energiekonzept: Geothermie (Erdwärmenutzung)

Architekt

Enno Schneider Architekten www.ennoschneider-architekten.de

Adresse / Lageplan

Adresse: Adalbert-Bach-Platz 1, 40822 Mettmann

Gastro / Umgebung

keine Angaben