Jugendherberge

Die neue Jugendherberge soll sich einerseits harmonisch in die Struktur des Umfeldes einfügen. Zum anderen soll sie ihrer Bedeutung und ihrer speziellen Lage gemäß, einen eigenständigen Ausdruck erhalten. Das neue Haus ist eine Addition von drei Volumen die ihrer jeweiligen Funktion entsprechend ausgebildet sind: das Bettenhaus ist als gebogener Riegel entlang der Düsseldorfer Straße platziert, ein flacher Sockelbau verknüpft die Nutzungsbereiche und ein darüber schwebender Solitär nimmt den Seminarbereich auf. Diese sich teilweise durchdringenden Formen bilden einen kraftvollen plastischen Dreiklang, der sich trotz einer signifikanten Wirkung als Gesamtform mit dem städtebaulichen Gewebe verbindet.

Geschichte

Vor dem 1. WK Ausflugslokal „Rheinlust“ der Rheinischen Bahngesellschaft. Nach Ende des 1. WK von den Belgiern als Lazarett genutzt. 1928 Abriss. Am 1. März 1936 Grundsteinlegung für eine Jugendherberge nach den Plänen von Gustav Munzer. Einweihung am 6. Mai1937 auf den Namen Josef Goebbels – Jugendherberge. Nach Ende des 2.WK Unterbringung von obdachlosen Familien. 1949 Wiederinbetriebnahme 2004 Abriss- und Neubau-Beschluss 2005 Baubeginn nach den Plänen von den Aachener Architekten Hahn + Helten 2007 Einweihung

Gestalt

Der gebogene dreigeschossige lineare Riegel entlang der Düsseldorfer Strasse wird durch die Raum hohen, tief liegenden Fenster deren Lüftungselemente in der Laibung unterschiedlich farblich gestaltet sind, gegliedert. Die Farbe und die geschossweise leicht gegeneinander versetzten Fenster sind die prägenden und belebenden Elemente in der der dunklen Klinkerfassade. Das im rückwärtigen Bereich situierte Tagungsgebäude öffnet sich mit seinen Speisesälen und Tagungsräumen zum Rhein. Funktionale und formale Gliederung in drei Bereiche, die mittels kontrastierender Materialität ablesbar werden: Die dunkle Geschoss hohe zwischen horizontale Betondeckenspiegel gestellte Ziegelfassade - durch tief eingeschnittene Geschoss hohe Fensterreihung feingliedrig strukturiert - betont die Linearität des Bettenhauses, die immateriell wirkende viergeschossige Profilit-Fassade des Tagungssolitärs und der verbindende Sockelbau bilden das neue Gebäudeensemble. Es entsteht eine neue Adresse die formal und gestalterisch die vorherrschende Materialität und Gebäudeform der Düsseldorfer Straße aufgreift.

Raumordnung

Der Eingang erfolgt über ein leicht erhöhtes Podest von der Düsseldorfer Straße. Ein langgezogenes Vordach markiert das Entree. Das Zentrum der großzügigen Eingangshalle sind der Empfang und die Information. Alle Bereiche sind Kommunikation fördernd und Orientierung gebend „offen“ gestaltet. 2 leicht auffindbare Treppen führen in das Bettenhaus und zu den Tagungsräumen. Der kühlen Farben des anthrazitgrauen Granitfußbodens und dem kontrastierenden weiß der Decken und der Wände werden farblich gestaltete Stützen und Holzmöbel entgegen gesetzt.

Platzkonzept

Der von dem Gebäudewinkel umschlossene Außenbereich ist dem Rhein direkt zugewandt. Hier befinden sich die Spielflächen und der 2. Eingang in die Jugendherberge.

Abbildung

Fotos: Christian Richters

Fakten

Architekten: Hahn + Helten, Aachen Planungsbeginn:03/2004 Bauzeit: 2005-2007 Nutzer: DJH LV Rheinland Auszeichnung guter Bauten 2010 - BDA Düsseldorf

Architekt

Hahn Helten + Assoziierte, Aachen www.hahn-helten.de Gebäude in Düsseldorf: Gedenkstätte Flughafen Düsseldorf (2001)

Adresse / Lageplan

Adresse: Düsseldorfer Straße 1, 40545 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

Gastronomie in der Jugendherberge, Confetti's, Rheinknie (Ausblick)