Haus der Ärzteschaft | 1. Bauabschnitt

Einheit in Vielfalt

Die Wertschätzung von Individualität innerhalb der Gemeinschaft ist ganzheitlich Thema der städtebaulichen und architektonischen Planung des 2003 bezogenen Verwaltungsgebäudes der nordrheinischen Ärzteschaft. Vier Häuser der unterschiedlichen Ärzteorganisationen werden als „Einheit in Vielfalt“ von einem großen Glasdach zusammengefasst.

Gestalt

Durch die Konzentration vielschichtiger Verwaltungs-, Ausbildungs- und Veranstaltungsaktivitäten werden finanzielle Ressourcen geschont und Synergieeffekte erzielt. Das komplexe, gemeinsam mit dem Bauherrn entwickelte Nutzungskonzept ist der Kern aus dem die räumliche Qualität des Hauses entstanden ist. Einheit vermittelt die kompakte kubische Gebäudeform mit klaren Konturen. Vielfalt entsteht durch die Gliederung der Form in vier unterschiedlich hohe L-förmige Baukörper. Die Struktur der fünf-. bis acht-geschossigen Häuser ist weiter durch horizontale und vertikale Zwischenräume differenziert worden. So entsteht ein reichhaltiges Beziehungsspiel ineinandergreifender Räume, welches der Idee eines kommunikativen Bürolebens entspricht.

Raumordnung

Unter dem fünfgeschossigen Glasdach entstehen drei Hallenbereiche mit variablen Qualitäten. Das Herz des Hauses ist die natürlich klimatisierte Innenhalle mit Empfang, Lounge, Ärzteakademie, Cafeteria, Casino und dem großen Veranstaltungssaal, der als Box eingestellt ist. Schlanke Stützen tragen das konstruktiv frei stehende Glasdach und stärken das Raumerlebnis. Zwei innenarchitektonisch integrierte Luftbrunnen, die über Erdkanäle versorgt werden, sorgen für die natürliche Belüftung und gleichen Temperaturspitzen im Sommer und Winter aus. Die beiden außen liegenden Hallen sind dagegen als klimatisierte Pufferzonen ausgebildet. Sie dienen der Gesamtanlage auf der Nordostseite zur Wilhelm-Bötzkes-Straße und auf der Südwestseite zur Tersteegenstraße als Eingangsbereiche. Ihr großzügiges Volumen lässt einen fließenden Übergang von der öffentlichen Straße zu den Dienstleistungen im Inneren spürbar werden. Da die Hälfte der Fassadenflächen nach Innen orientiert ist, profitieren die einzelnen Häuser von einem hohen thermischen Komfort bei geringem Energieverbrauch.

Konstruktion

Die Fassadenstruktur aus Glas und Aluminium ermöglicht durch die Kombination von hohem Tageslichteinfall und dessen Reflektion eine Atmosphäre, die aus Licht gebaut erscheint. Warmtonige Holz- und Natursteinböden sowie die naturbelassenen Betonstützen erden den Raum und stehen im Kontrast zu dessen Leichtigkeit. Wichtige Orte der allgemeinen Nutzung, wie der große Veranstaltungssaal, sind durch rot eloxiertes Aluminium hervorgehoben.

Abbildung

Fotos: Michael Reisch, Ansger M. van Treek

Fakten

Architekten RKW Architektur + Städtebau, Düsseldorf Baubeginn 06/2001 Fertigstellung 06/2003 Nutzer NÄV Nordrheinische Ärzteversorgung KVNO Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein ÄKNO Ärztekammer Nordrhein

Architekt

RKW Architektur + Städtebau (Düsseldorf) Das Büro ist seit 60 Jahren prägend an der Entwicklung zeitgenössischer Wohn- und Arbeitswelten beteiligt. 1950 von Helmut Rhode in Düsseldorf gegründet, wird das Büro heute von einer Generationen übergreifenden Gemeinschaft aus sieben Gesellschaftern geleitet. www.rkw-as.de Projekte in Deutschland Landessparkasse zu Oldenburg, Oldenburg (2009), Meilenwerk, Düsseldorf (2006), Eisarena Königpalast, Krefeld (2004), Vodafone Hochhaus, Düsseldorf (2001), Büro- und Geschäftshaus Trommsdorffstrasse. Erfurt (2001), Innenarchitektur Douglas Hauptverwaltung, Hagen (2001), Sevens, Düsseldorf (2000), Arag Tower, Düsseldorf (2000)

Adresse / Lageplan

Größere Kartenansicht Tersteegenstraße 9, 40474 Düsseldorf

Gastro / Umgebung