Düsseldorfer Stadttor

Das Düsseldorfer Stadttor, mit einer Höhe von 80 m, ist über dem südlichen Tunnelmund der tiefergelegten Rheinuferstraße im Bereich der Völklinger Straße errichtet worden. Es bildet mit dem vorgelagerten Bürgerpark das vorläufige Ende der Rheinuferpromenade und markiert den Eingang in den „Architekturpark“ entlang des Düsseldorfer Hafenbeckens.

Gestalt

Als Stahlverbundbauweise konstruiert, erheben sich über der 3-geschossigen Eingangsebene zwei Bürotürme mit dem dazwischenliegenden 58 m hohen Atrium. Dieses Atrium und die Lage des Gebäudes am Südportal des Rheinufertunnels (Einfahrt in die Düsseldorfer Innenstadt), geben dem Hochhaus seinen Namen. Ab der 16. Etage sind die Türme durch eine Konstruktionsebene verbunden. Die Nutzungsebenen sind durchgestützt und auf die Wände der Nebentunnelbauwerke gegründet. Hängestützen fangen die Lasten der frei auskragenden segmentierten Doppelfassade ab und werden durch ein Tragwerk, das im Bereich der konstruktiven Abfanggeschosse über der 16. Etage angeordnet ist, zurück auf die Hauptstützen übertragen. Die seitliche Stabilität des Gebäudes wird durch zwei dreieckige Gebilde, als Raumfachwerk ausgeführte Stahltürme, erreicht. Diese Stahltürme sind durch ein 3-geschossiges Fachwerk in den obersten Geschossen miteinander verbunden und bilden einen Portalrahmen.

Konstruktion

Der Rhomboid als Grundrißkonfiguration reagiert auf das städtebauliche Umfeld, die Restriktionen des Tunnelbauwerks und auf die in langwierigen Forschungen optimierte Ausrichtung zu den Windhaupteinfallsrichtungen. Neben dem ästhetischen Anspruch der Transparenz, führte die Forderung nach: Reduktion des Primärenergieverbrauches, sommerlich-winterlichen Wärmeschutz, freier Lüftung/individuelle Konditionierung der Nutzungsebenen, Reduktion der Betriebskosten, gestützt auf aerodynamische Versuche und thermodynamische Simulationen, zu dem jetzt realisierten Fassadenprinzip. Bei Betrachtung der ausgeführten Fassadensysteme, muß man zwei Prinzipien differenzieren: die segmentierte Doppelfassade im Bereich der aufgehenden Nutzungsebenen, die hinterspannte Einfachfassade des Atriums

Fassade

Die Fassade ist kein architektonisches Stilelement, sondern dokumentiert ihre Bedeutung als technisch wirtschaftlich vorteilhafte Lösung durch die erheblichen Einsparungen bei den Betriebskosten und dem Primärenergieverbrauch. Das Düsseldorfer Stadttor ist nicht einfach eine gute Idee, die im Abstrakten geendet ist. Es ist das Ergebnis ausführlicher Forschungen zum Verhalten von Glas, Befestigungen, Verspannungen und Tragsystemen einerseits und einem innovativen, energetischen Konzept andererseits. Es ist Produkt einer übergreifenden Zusammenarbeit aller Fachdisziplinen.

Konzept

Diese Art der Planung entspricht der eines industriellen Spitzenproduktes. Die Verbindung von Forschung, Information, Anwendung, Erfahrung und konkrete ästhetische Zielvorstellungen beim Planungsprozess, ist für unser Zeitalter und bei der Anwendung moderner Industrien charakteristisch.

Abbildung

Fotos: Tomas Riehle, Jochen Boskamp

Fakten

Bauzeit:1995- 1997 Brutto- Geschossfläche: 41.000 m² Brutto- Rauminhalt: 216.000 m³ Nutzung: Einzelhandel, Dienstleistung, Büro (u.a. die Staatskanzlei NRW)

Architekt

Overdiek Petzinka und Partner (Entwurfsplanung) pinkarchitektur, ehem. Petzinka Pink Architekten (Ausführungsplanung) pinkarchitektur Neumannstraße 4, 40235 Düsseldorf www.pinkarchitektur.de

Adresse / Lageplan

Größere Kartenansicht Adresse Stadttor 1, 40219 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

Allgemein die Hafengastronomie, Curry, Eigelstein, Aussengastronomie auf der Hafenspitze - toller Ausblick, Lorettostrasse, SeifenHorst (Neusser Str.125)