Düsseldorfer Schauspielhaus

Die organisch anmutende, schwingende Plastik des Schauspielhauses bildet den Kontrapunkt zum streng geometrischen, vormals städtebaulich isolierten Bau des Thyssenhauses.

Geschichte

Das alte Düsseldorfer Schauspielhaus war im Bombenkrieg des 2. Weltkrieges zerstört worden. Es folgte das Provisorium in der Jahnstrasse, das 1951 für die Intendanz von Gustaf Gründgens gebaut worden war. 1959 schrieb die Stadt einen Wettbewerb für ein neues Theater mit zwei Bühnen im erweiterten Umfeld des Jan-Wellem-Platzes aus. Bernhard Pfau war einer der drei Preisträger, und seine Arbeit setzte sich in der zweiten Stufe 1961, vor allem dank ihrer städtebaulichen Eingliederung, durch. Die Stadt beauftragte daraufhin den Stadtplaner Friedrich Tamms, mit Bernhard Pfau eine Arbeitsgemeinschaft zur Erstellung eines Vorentwurfs zu bilden. Unter der Weiterplanung von Bernhard Pfau erfolgte 1965 die Grundsteinlegung, Fertigstellung war 1969/1970.

Gestalt

Die äussere bewegte Form, von der eine ordnende Kraft ausgeht und die den umgebenden Stadtraum strukturiert, ist konsequent aus dem Inneren heraus entwickelt. Über einem zurückliegenden Sockelgeschoss verlaufen, auf schlanken Stützen stehend, Bänder in gegenläufigen Kurven. Sie sind verkleidet mit senkrecht angeordneten, weiß beschichteten, Paneelen. Alles wirkt leicht und schwerelos. Die unkonventionelle und modern anmutende Gestalt des Theaters spiegelt eine offene, sich ständig verändernde Gesellschaft. Der Architekt verstand es, hierfür das in Ausstattung und Design adäquate Ambiente zu schaffen.

Raumordnung

An einen großzügigen Bühnenbereich sind, seitlich versetzt, ein rangloses Grosses Haus mit Guckkastenbühne für rund 1000 Zuschauer und ein Kleines Haus mit variabler Szene für max. 300 Zuschauer angelagert. Die Publikumsbereiche werden durch eine Passage getrennt und jeweils vom Gustaf-Gründgens-Platz erschlossen. Das räumlich vielfältig gegliederte Foyer des Grossen Hauses mit vorgelagertem Restaurant öffnet sich in mehreren Ebenen zum Hofgarten.

Platzkonzept

Unter dem Gustaf-Gründgens-Platz befindet sich die Tiefgarage des Schauspielhauses. Es ist leider bisher unterblieben, den Platz so zu gestalten, dass er eine städtische Qualität bekommen hat.

Abbildung

Fotos: Jochen Boskamp

Fakten

Bauzeit: 1965-1970 Sanirung: 2009-2011

Architekt

Neubau 1965-1970: Bernhard Pfau Sanierung 2009-2011: PFP Architekten, Jörg Friedrich  

Adresse / Lageplan

Größere Kartenansicht Adresse Gustav-Gründgens-Platz, 40211 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

Klee's, Malkasten, Gastronomie im Schauspielhaus Hofgarten, Königsallee