Ballett am Rhein

Der Baukörper des Probenhauses für das Ballett der Deutschen Oper am Rhein verbindet zurückhaltenden Gestus mit prägnantem Auftritt. Der Neubau auf dem historischen Gelände des ehemaligen Rheinbahn-Depots am Steinberg in Düsseldorf wurde nach weniger als zehn Monaten Bauzeit von den Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) realisiert.

 

Aufteilung

Zwischen denkmalgeschütztem Straßenbahndepot und Wohnbauten an der Kopernikusstrasse bietet der kompakte Baukörper beste Probevoraussetzungen. Die rund 50 Tänzer der Oper und 55 Schüler der Ballettschule finden zwei Ballettsäle im Original-Bühnenmaß, drei kleinere Säle sowie Umkleiden, Ruheräume, einen Bereich für Physiotherapie und ein Apartment für Gastkünstler vor.

Architektur

Während sich der Neubau im architektonischen Ausdruck entschieden von dem heterogenen Hintergrund der Wohnbebauung absetzt und dem Ort einen prägnanten Auftritt gibt, vermittelt der Rücksprung im Gebäudevolumen Richtung Süden zwischen dem benachbarten historischen Depot der Rheinbahn und den übereinander angeordneten, zwölf Meter hohen Ballettsälen im Norden. Das unmittelbare architektonische Umfeld des Neubaus wird geprägt von einer historisch industriellen Nutzung. Die Architektursprache und das damit einhergehende Farb- und Materialkonzept greifen bewusst die industrielle Prägung des Ortes auf und geben dem Gebäude damit Werkstatt- und Ateliercharakter.

Zurückhaltung

Als Werkstatt im Sinne eines Experimentier- und Kreativraums und als ein Ort des im positiven Sinne Unfertigen verzichtet der Bau auf dominante Farbigkeit mit Behauptungsgeste. Diese Haltung setzt sich in den internen Bereichen fort: Farbe und Materialität sind bewusst dezent gehalten; die Wände sind in Sichtbeton belassen.

Konzept

Der Baukörper gliedert sich in das Volumen der gestapelten, jeweils doppelgeschossigen Ballettsäle und die ihnen zugeordneten, auf drei Geschossen organisierten Funktionsbereiche. Die markante Auskragung der Westfassade richtet den Bau eindeutig auf den Zugang von der Merowinger Straße aus. Hier befindet sich das zweigeschossige Foyer, dessen gläserne Fassade den Eingangsbereich definiert und sich deutlich von der Sichtbetonfassade des Gebäudes absetzt. Das Foyer und die Kantine bilden den räumlichen Auftakt des großzügigen Erschließungsraums, der in allen Geschossen das Haus in seiner ganzen Länge durchzieht und organisiert. Die Ballettsäle liegen im Erdgeschoss sowie im zweiten Obergeschoss und werden über großzügige Entrees erschlossen.

Abbildung

Fotos: Marcus Bredt

Fakten

Bauherr: Landeshauptstadt Düsseldorf Realisierung: Nov. 2014 - Sept. 2015 BGF: 4.500 m²  

Architekt

gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner www.gmp-architekten.de  

Adresse / Lageplan

Merowingerstraße 88, 40225 Düsseldorf

Gastro / Umgebung

Boui Boui Bilk