Alte Papierfabrik in Erkrath

Im nördlichen Teil des pose marré Geländes zwischen Neanderstraße, Bismarckstraße und Düssel, liegt der Gebäudekomplex der ALTEN PAPIERFABRIK. Der wunderschöne, denkmalgeschützte Komplex ist zu Büro-, Loft- und Gewerbeeinheiten umgebaut worden. Die sehr gute Lage im Zentrum Alt-Erkraths, die hervorragende Anbindung an den ÖPNV, ausgezeichnete Freizeitmöglichkeiten, sowie eine optimale Infrastruktur mit Schulen, Kindergärten und Ärzten, machen den Standort ALTE PAPIERFABRIK zu einem hochwertigen und besonders schönen Arbeitsraum.

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Geschichte

Nach einem Brand im Jahr 1870 entstanden an Stelle der zerstörten Fabrikationsanlagen nacheinander die neuen Werksgebäude für die Papierfabrik Bernsau. In den 1950er Jahren wurden die letzten Hallen gebaut. Das Ensemble der Industriehallen ist durch die ablesbare Firmengeschichte denkmalgeschützt. Einzelne Anbauten waren nicht erhaltenswert und wurden im Laufe der Sanierungsarbeiten zurückgebaut. Bei diesen Arbeiten wurde ein historischer Kanal entdeckt, der parallel zur Düssel unter zwei Hallen hindurchführt, und das ursprüngliche Mühlrad mit Wasserkraft versorgte.

Gestalt

Der denkmalgeschützte Komplex mit einer Nettogeschossfläche von ca. 5.000 m² wurde zu Büro-, Loft- und Gewerbeeinheiten umgebaut. Die einzelnen Einheiten haben eine Größe von 60 - 900 m² und können z.T. flexibel aufgeteilt und kombiniert werden. Eine Gastronomienutzung ist Teil des Gesamtkonzepts.Die Gebäudeteile wurden in mehreren Abschnitten gebaut bzw. erweitert. Dadurch sind unterschiedliche Geschosshöhen und Konstruktionen vorzufinden. Alle Hallen sind zwei- bis dreigeschossig mit geneigten Satteldächern. Im Norden ist ein viergeschossiger, breiter Turm angebaut. Die meisten Gebäudeteile sind nicht unterkellert. Die Nutzungseinheiten werden über dezentrale Eingänge bzw. zwei Bestands- und drei neue Treppenhäuser erschlossen. Zwei Treppenhäuser wurden mit Aufzügen ausgestattet. Die Entkernung des Innenhofes sowie die Einschnitte zur Erschließung des Objektes führen zu wirtschaftlich nutzbaren und natürlich belichtbaren Grundrisstiefen. Alle Außenmauern und tragenden Wände sind aus Backstein erstellt, Stützen sind z.T. aus Gusseisen, verputzten Fachwerkträgern oder Stahlbeton. Die Decken sind mit Backstein ausgemauerte Kappendecken (‚Preußische Kappe') oder Stahlbetondecken. Die tragenden Bauteile der Hallen sind bestehen geblieben und wurden gemäß des Brandschutzkonzeptes ertüchtigt. Die Außenwände erhielten durch die neue Nutzung kleine Veränderungen, bzw. wurden Öffnungen wiederhergestellt, die durch Anbauten verdeckt oder zugebaut waren. Durch den Abbruch betroffene Fassadenbereiche mussten saniert werden, erhielten einen Putzauftrag und bleiben hierdurch als ehemalige Innenräume ablesbar. Bei der Fassadensanierung wurde das Sichtmauerwerk zu einem großen Teil ausgebessert, sowie Risse vernadelt. In den ältesten Hallen wurde eine Horizontalabdichtung eingebracht. Die vorgefundenen Dachkonstruktionen sind grundsätzlich erhalten geblieben, nur beschädigte Bauteile wurden ausgetauscht bzw. wiederhergestellt. Entsprechend der statischen Vorgaben mussten Ertüchtigungen des Dachtragwerkes vorgenommen werden. Alle Dächer wurden im Rahmen der Maßnahme gemäß den Vorgaben des Wärmeschutznachweises gedämmt. Alle Oberlichter bzw. Lichtbänder wurden in den bestehenden Ausmaßen neu hergestellt. Nach wie vor ist den Gebäuden ihre historische Funktion anzusehen. Hinzugefügte Bauteile wurden bewusst roh gelassen; und auch die Materialwahl orientiert sich am Bestand. Das Neue bleibt ablesbar und viele Details wurden in ihrer ursprünglichen Situation erhalten. Die gesamte Anlage wird zentral mit Energie versorgt. Durch Innendämmung, Kastenfenster, Dach- und Bauteildämmungen sind die Energieverbräuche auf das maximal verträgliche reduziert, ohne die historischen Fassaden zu zerstören.

Raumordnung

Der Innenausbau wird den neuen Funktionen für Büro-/ Gewerbe und Wohnnutzung angepasst. Um den Raumeindruck der Hallen zu erhalten, wurden Sanitär- und Nebenräume in Boxen eingestellt. Bestehende Putzflächen wurden aufgearbeitet, sodass der Charakter der inhomogenen Wandoberflächen weitestgehend erhalten geblieben ist. Die Außenwände wurden von innen mit Wärmedämmputz versehen. Angrenzende Bauteile wurden mit einem 1m breiten Wärmedämmputzstreifen gedämmt. Neue Putzflächen wurden begradigt, sind aber verhältnismäßig rau geblieben.

Abbildung

Fotos: Josef Schulz, Paul Stiefler, Markus Rätz

Fakten

Baubeginn: 2011 Fertigstellung: abschnittsweiser individueller Ausbau, gesamte Fertigstellung bis 2016 Nutzer: Büro, Showroom, Gewerbe, Wohnen, Gastronomie Umbau/ Neubau: Umbau

Architekt

bk plan GmbH, Alte Papierfabrik 14, 40699 Erkrath, www.bk-plan.com

Adresse / Lageplan

Alte Papierfabrik 12-30, Bernsauplatz 6-12 40699 Erkrath www.posemarre.de

Gastro / Umgebung

Restaurant Rocca Fábrica Kurhaus